Seit Ende März 2026 ist Copilot Cowork offiziell im Frontier-Programm von Microsoft verfügbar. Was dahinter steckt, klingt auf den ersten Blick nach einem weiteren KI-Feature in einer langen Reihe von KI-Features. Es ist aber etwas grundlegend anderes.
Copilot Cowork ist kein Assistent, dem man Fragen stellt und auf Antworten wartet. Es ist ein KI-Agent, der selbstständig mehrstufige Aufgaben in Ihrer Microsoft 365-Umgebung übernimmt und ausführt, während Sie sich um etwas anderes kümmern. E-Mails versenden, Meetings planen, Dokumente erstellen, den Kalender optimieren. Alles in einem Durchgang, mit Ihrem Feedback zwischendrin, aber ohne dass Sie jeden Schritt selbst anstoßen müssen.
Dieser Beitrag erklärt, was Copilot Cowork ist, wie es funktioniert, was es konkret leisten kann und was das für mittelständische Unternehmen bedeutet.
Inhaltsverzeichnis
- Von der KI-Antwort zur KI-Aktion: Was Copilot Cowork anders macht
- Wie Copilot Cowork konkret funktioniert
- Jetzt selbst starten: Ihr erster eigener Skill in 2 Minuten
- Copilot Cowork in der Praxis: 4 Anwendungsbeispiele
- Beispiel 1: Den Kalender aufräumen, ohne selbst Hand anzulegen
- Beispiel 2: Meeting-Unterlagen in einem einzigen Schritt zusammenstellen
- Beispiel 3: Einen Launch-Plan vom ersten Gedanken bis zur fertigen Datei
- Beispiel 4: Den Posteingang managen, bevor der Tag richtig beginnt
- Die 13 Fähigkeiten (Skills) von Copilot Cowork im Überblick
- Wer kann Copilot Cowork nutzen und was kostet es?
- Was Copilot Cowork noch nicht kann
- Was das für den deutschen Mittelstand bedeutet
- Häufig gestellte Fragen
Von der KI-Antwort zur KI-Aktion: Was Copilot Cowork anders macht
Um zu verstehen, was Copilot Cowork besonders macht, hilft ein Vergleich mit dem, was die meisten Menschen bisher unter Microsoft Copilot kennen: den Copilot Chat. Copilot Chat beantwortet Fragen, fasst Dokumente zusammen, schreibt Textentwürfe und gibt Vorschläge. Das passiert schnell, innerhalb einer einzigen Unterhaltung. Sie stellen eine Anfrage, Copilot antwortet, Sie arbeiten mit dem Ergebnis weiter.
Copilot Cowork funktioniert nach einem anderen Prinzip. Sie beschreiben ein Ziel, keinen konkreten Arbeitsschritt, sondern ein Ergebnis, das Sie erreichen wollen. Cowork analysiert, was dafür nötig ist, legt einen Plan an und führt die einzelnen Schritte selbstständig aus. Über mehrere Anwendungen hinweg, über einen Zeitraum von Minuten oder sogar Stunden, ohne dass Sie jeden Schritt selbst durchführen müssen.
Microsoft ordnet das als sogenannte agentische KI ein. Agentisch bedeutet: Die KI reagiert nicht nur auf Eingaben, sondern handelt eigenständig. Sie plant, sie entscheidet, sie führt aus, und sie gibt Ihnen Kontrolle zurück genau dort, wo Sie sie brauchen. Jede Aktion, die Cowork in Ihrem Namen ausführen möchte, wird Ihnen vorher zur Genehmigung vorgelegt. Nichts passiert ohne Ihre Freigabe.
Microsoft bezeichnet Copilot Cowork als Teil der dritten Entwicklungswelle seiner Copilot-Strategie. Welle eins brachte KI in die einzelnen Office-Anwendungen. Welle zwei verknüpfte diese Anwendungen miteinander. Welle drei macht den Sprung zu einer KI, die übergreifend handelt, plant und koordiniert.

Wie Copilot Cowork konkret funktioniert
Das Prinzip ist in drei Schritten erklärt. Zuerst beschreiben Sie, was Sie erreichen möchten. Das kann so einfach sein wie „Bereite mich auf das morgige Kundengespräch vor“ oder so komplex wie „Erstelle einen vollständigen Launch-Plan für unser neues Produkt mit Vergleichsanalyse, Pitch-Deck und Meilensteinplan.“ Sie formulieren das Ziel in normaler Sprache, keine technischen Befehle, kein Fachwissen nötig.
Im zweiten Schritt erstellt Copilot Cowork einen konkreten Ausführungsplan. Dieser Plan listet die einzelnen Aktionen auf, die Cowork durchführen will und zeigt Ihnen genau, auf welche Daten es zugreift. Sie sehen, welche E-Mails einbezogen werden, welche Kalendereinträge betroffen sind, welche Dokumente erstellt oder bearbeitet werden sollen. Sie prüfen den Plan, können Änderungen vornehmen oder ihn freigeben.
Im dritten Schritt führt Cowork die Aufgabe aus. Sie sehen live, welcher Schritt gerade läuft und können jederzeit eingreifen, pausieren oder Korrekturen geben. Braucht Cowork eine Entscheidung von Ihnen, zum Beispiel welchen Alternativtermin es für ein zu verschiebendes Meeting vorschlagen soll, fragt es nach, bevor es weiterarbeitet. Das Ergebnis sind fertige Dokumente, gesendete E-Mails, geplante Termine oder strukturierte Zusammenfassungen, die in Ihrer Microsoft 365-Umgebung liegen.
Technisch greift Copilot Cowork auf alle Daten zu, die Sie in Microsoft 365 ohnehin haben: Ihre E-Mails in Outlook, Ihre Termine im Kalender, Ihre Dateien in OneDrive und SharePoint, Ihre Nachrichten in Teams. Cowork verknüpft diese Informationen mit dem Kontext Ihres Anliegens und handelt mit dem Verständnis, das sonst nur eine sehr gut eingearbeitete Assistenz mitbringt. Die gesamte Verarbeitung findet dabei innerhalb der Microsoft 365-Sicherheitsumgebung Ihres Unternehmens statt. Eigene Daten bleiben in Ihrem Tenant, werden nicht nach außen übertragen und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.
Erwähnenswert ist auch die technische Architektur, die dahinter steht. Microsoft setzt bei Copilot Cowork auf einen sogenannten Multi-Modell-Ansatz: Je nach Aufgabentyp wählt das System automatisch das am besten geeignete KI-Modell aus. Dazu gehören Microsofts eigene Modelle ebenso wie externe Partnermodelle. Microsoft hat Anfang 2026 Anthropic als offiziellen Partner eingebunden, dessen Modell Claude für bestimmte Aufgabentypen, besonders komplexe Analysen und umfangreiche Textaufgaben, zum Einsatz kommt. Das Ergebnis: Cowork ist bei unterschiedlichen Aufgabentypen deutlich leistungsfähiger als ein einzelnes Modell es je sein könnte.
Jetzt selbst starten: Ihr erster eigener Skill in 2 Minuten
Bevor wir in die Praxisbeispiele gehen, möchten wir Ihnen etwas Konkretes mitgeben. Denn Copilot Cowork ist kein Werkzeug, das man nur beobachtet. Man lernt es am besten, indem man es benutzt.
Der schnellste Einstieg ist ein sogenannter „Über mich“-Skill. Klingt simpel, ist aber der wichtigste Skill, den Sie anlegen können.
Was ein Skill ist und warum „Über mich“ der richtige Anfang ist
Ein Skill ist eine kurze Textdatei, die in einem bestimmten Ordner auf OneDrive abgelegt wird. Darin beschreiben Sie, wie Cowork in einem bestimmten Kontext arbeiten soll: Ihre bevorzugten Formulierungen, Ihr Berichtsformat, Ihre Standardempfänger. Cowork liest diesen Skill automatisch und wendet ihn an, sobald die Aufgabe dazu passt.
Der „Über mich“-Skill ist ein Sonderfall. Er beschreibt nicht eine bestimmte Aufgabe, sondern Sie selbst: Ihre Rolle, Ihre wichtigsten Kontakte, Ihre wiederkehrenden Themen, Ihre Arbeitsroutinen. Dieser Skill ist die Grundlage, auf der alle anderen Cowork-Aufgaben besser werden. Je mehr Cowork über Ihren Kontext weiß, desto weniger müssen Sie bei jeder Anfrage erklären, und desto treffsicherer sind die Ergebnisse.
Ein Beispiel: Wenn Cowork weiß, dass Sie jeden Montag ein Vertriebsmeeting leiten, an dem immer dieselben fünf Personen teilnehmen, muss es das nicht jedes Mal neu herausarbeiten. Es kennt den Kontext bereits und kann direkt mit der eigentlichen Aufgabe beginnen.
Wie Sie Ihren ersten „Über mich“-Skill erstellen
Copilot Cowork kann diesen Skill für Sie generieren, auf Basis Ihrer eigenen Microsoft-365-Daten. Sie müssen nichts manuell schreiben. So gelangen Sie hin:
- Öffnen Sie copilot.microsoft.com in Ihrem Browser.
- Klicken Sie in der linken Leiste unter „Agents“ auf „Cowork (Frontier)“. (Falls Cowork dort nicht erscheint, wurde es in Ihrer Organisation noch nicht aktiviert. Was dafür nötig ist, lesen Sie weiter unten unter „Wer kann Copilot Cowork nutzen und was kostet es?“.)
- Geben Sie dort den folgenden Prompt ein:
Analysiere meinen Arbeitskontext und erstelle einen ersten Entwurf für einen „Über mich“-Skill. Schau dafür in folgende Quellen:
- Mein Profil: Name, Rolle, Firma, Abteilung, Standort, Vorgesetzte:r.
- Meine Kalender-Serien der letzten 8 Wochen. Welche wiederkehrenden Termine habe ich? Wer sind die häufigsten Teilnehmenden? Was lässt sich daraus über meine Aufgabenschwerpunkte ableiten?
- Meine gesendeten E-Mails der letzten 30 Tage. An welche Personen und Domains schreibe ich regelmäßig? Welche Betreff-Themen tauchen oft auf?
- Meine aktiven Teams-Chats und Gruppen-Chats. Mit wem tausche ich mich in welcher Frequenz aus?
- Meine zuletzt bearbeiteten Dateien in OneDrive und SharePoint. Welche Projekte oder Kunden lassen sich daraus erkennen?
Strukturiere den Entwurf in diese Abschnitte:
- Person und Rolle
- Firma und Team
- Direkte Kolleg:innen und wichtige Ansprechpartner:innen
- Produkte, Projekte oder Themen-Schwerpunkte
- Wöchentliche Routinen und feste Termine
- Tools und Ablageorte, die ich regelmäßig nutze
Wo die Datenlage unklar ist, nenne das offen und stelle mir gezielte Rückfragen, bevor du etwas annimmst. Lieber eine Frage zu viel als eine falsche Behauptung.
Cowork analysiert daraufhin Ihren Kalender, Ihre gesendeten E-Mails, Ihre Teams-Chats und Ihre zuletzt bearbeiteten Dateien. Es erstellt einen strukturierten Erstentwurf und fragt nach, wo die Datenlage nicht eindeutig ist.
Prüfen Sie den Entwurf und ergänzen Sie, was fehlt oder nicht stimmt. Am Ende fragt Cowork Sie, ob der Skill als Datei gespeichert werden soll. Bestätigen Sie das einfach und Cowork legt die Datei automatisch am richtigen Ort ab. Ab diesem Moment kennt Cowork Sie.
Was Cowork mit diesem Skill danach macht
Der „Über mich“-Skill wirkt im Hintergrund bei fast jeder Aufgabe, die Sie Cowork stellen. Wenn Sie sagen: „Bereite mich auf das Gespräch mit dem Kunden morgen vor“, weiß Cowork bereits, in welcher Branche Sie arbeiten, wer aus Ihrem Team typischerweise dabei ist und welche Themen bei Ihnen regelmäßig eine Rolle spielen. Es stellt keine Rückfragen, die unnötig Zeit kosten. Es arbeitet.
Wenn Sie sagen: „Schreib eine kurze Zusammenfassung für meine Vorgesetzte“, weiß Cowork, wer das ist und in welchem Format Zusammenfassungen in Ihrem Unternehmen üblicherweise geschrieben werden.
Copilot Cowork in der Praxis: 4 Anwendungsbeispiele
Microsoft hat bei der Vorstellung von Copilot Cowork vier Kernanwendungsfälle beschrieben, die einen guten Eindruck davon geben, was in der Praxis möglich ist. Alle vier basieren auf Aufgaben, die in mittelständischen Unternehmen täglich anfallen und erfahrungsgemäß unverhältnismäßig viel Zeit kosten.
Beispiel 1: Den Kalender aufräumen, ohne selbst Hand anzulegen
Viele Wochen beginnen mit einem Kalender, der kaum noch Spielraum lässt. Meetings, die sich überlappen. Besprechungen, die eigentlich keine Besprechungen sein müssten. Zu wenig Puffer zwischen Terminen. Keine Fokuszeit, in der man konzentriert arbeiten kann.
Mit Copilot Cowork beschreiben Sie, was Sie priorisieren möchten: „Ich brauche täglich mindestens zwei Stunden ungestörte Arbeitszeit. Bitte überprüfe meinen Kalender der nächsten Woche, identifiziere Konflikte und Termine mit geringer Relevanz und schlage mir Änderungen vor.“ Cowork prüft daraufhin den Outlook-Kalender, erkennt, wo Überschneidungen bestehen, bewertet Termine nach Relevanz und schlägt konkrete Änderungen vor. Es lehnt Termine ab, verschiebt sie oder blockiert Fokuszeiten. Das alles passiert erst, nachdem Sie den Vorschlag gesehen und freigegeben haben.
Das Ergebnis: Ein Kalender, der wieder atmet, ohne dass Sie stundenlang jeden Termin einzeln angefasst haben. Wer kennt den Montag nicht, an dem man merkt, dass die Woche schon verloren ist, bevor sie begonnen hat. Copilot Cowork ändert das.
Beispiel 2: Meeting-Unterlagen in einem einzigen Schritt zusammenstellen
Gut vorbereitete Meetings führen zu besseren Entscheidungen. Schlecht vorbereitete Meetings kosten Zeit und enden ohne Ergebnis. Trotzdem fehlt in der Praxis oft die Zeit für eine gründliche Vorbereitung, weil dazu mehrere Schritte nötig sind: relevante E-Mails durchsuchen, vergangene Besprechungsnotizen lesen, Dokumente zusammentragen, ein Briefing schreiben, Fragen vorbereiten.
Sie sagen Copilot Cowork: „Bereite mich auf mein Gespräch mit Kundenname am Donnerstag vor.“ Cowork durchsucht daraufhin Ihre E-Mails, Teams-Nachrichten und gemeinsamen Dokumente nach allem, was mit diesem Kunden oder diesem Termin zusammenhängt. Es erstellt automatisch ein Briefing-Dokument mit den wichtigsten Informationen, eine Zusammenfassung der letzten Themen und offenen Punkte sowie einen Vorschlag für eine Besprechungsagenda. Falls es sinnvoll ist, plant Cowork auch Vorbereitungszeit in Ihrem Kalender ein und entwirft eine Bestätigungs-E-Mail an die Teilnehmenden.
Was sonst dreißig bis vierzig Minuten manueller Recherchearbeit kostet, erledigt Copilot Cowork in wenigen Minuten im Hintergrund, während Sie sich um andere Aufgaben kümmern. Wenn Sie mit der Vorbereitung starten, liegt bereits alles bereit.
Beispiel 3: Einen Launch-Plan vom ersten Gedanken bis zur fertigen Datei
Produkteinführungen, neue Dienstleistungen, interne Initiativen: Immer wenn ein Vorhaben koordiniert werden muss, entsteht ein erheblicher Dokumentationsaufwand. Wettbewerbsanalyse, Wertversprechen, Präsentation, Meilensteinplan, Verantwortlichkeiten. Das verteilt sich üblicherweise auf mehrere Sitzungen, mehrere Personen und mehrere Versionen in verschiedenen Tools.
Mit Copilot Cowork lässt sich dieser Prozess erheblich beschleunigen. Sie beschreiben das Vorhaben: „Erstelle einen vollständigen Launch-Plan für unser neues Beratungsangebot im Bereich KI-Einführung.“ Cowork analysiert vorhandene Informationen aus Ihren Ablagesystemen, erstellt einen Wettbewerbsvergleich in Excel, formuliert ein Value-Proposition-Dokument in Word, generiert ein Pitch-Deck in PowerPoint und legt eine Meilensteinliste mit Verantwortlichkeiten an. Alles zusammenhängend, alles in einem Durchgang.
Sie erhalten am Ende keine lose Sammlung von Dateien, sondern einen koordinierten Satz von Dokumenten, der inhaltlich aufeinander aufbaut. Das ist nicht nur eine Zeitersparnis, sondern auch eine Qualitätsfrage. Wer fünf Dokumente manuell über mehrere Tage erstellt, verliert Konsistenz. Cowork hält den roten Faden durch alle Dateien hindurch.
Beispiel 4: Den Posteingang managen, bevor der Tag richtig beginnt
Viele Führungskräfte und Mitarbeitende beginnen den Tag mit einem Posteingang, der die ersten zwei Stunden frisst, noch bevor die erste echte Aufgabe erledigt ist. E-Mails sortieren, Prioritäten setzen, Antworten formulieren, weiterleiten.
Copilot Cowork kann ein tägliches Briefing übernehmen: Es geht den Posteingang durch, priorisiert E-Mails nach Relevanz und Dringlichkeit, bereitet Antwortvorschläge vor und legt eine strukturierte Übersicht der wichtigsten Punkte des Tages bereit. Sie starten den Tag nicht mit einem leeren Blatt, sondern mit einem vorgefertigten Plan, den Sie prüfen, anpassen und freigeben. Aus dreißig Minuten morgendlichem E-Mail-Chaos werden zehn Minuten überlegter Entscheidungen.
Das ist einer der Anwendungsfälle, in dem der Unterschied zwischen Copilot Chat und Copilot Cowork am deutlichsten wird. Chat könnte Ihnen sagen, wie Sie mit einem übervollen Posteingang umgehen sollten. Cowork erledigt es einfach.
Die 13 Fähigkeiten (Skills) von Copilot Cowork im Überblick
Copilot Cowork verfügt über 13 eingebaute Skills, die es für verschiedene Aufgabentypen nutzt. Diese sind keine versteckten technischen Prozesse, sondern sichtbare Bausteine, die Cowork in der Oberfläche anzeigt, während es arbeitet. So wissen Sie jederzeit, was gerade läuft.
Die 13 Skills umfassen: Arbeit mit Word-Dokumenten, Arbeit mit Excel-Tabellen, Erstellung von PowerPoint-Präsentationen, Erstellung von PDF-Dateien, E-Mail-Verwaltung in Outlook, Aufgabenplanung, Kalender-Management, Besprechungsvorbereitung und -nachbereitung, Tages-Briefing, unternehmensweite Suche in SharePoint und OneDrive, Kommunikationsentwürfe für Teams und Outlook, Deep Research für umfangreiche Recherchen sowie sogenannte Adaptive Karten für strukturierte Ausgaben.
Wer darüber hinaus spezifischere Anforderungen hat, kann eigene Skills ergänzen, so wie den „Über mich“-Skill, den Sie weiter oben bereits erstellt haben. Pro Person sind bis zu zwanzig eigene Skills möglich. Das macht Cowork anpassbar an sehr konkrete Unternehmensroutinen: ein wöchentlicher Bericht im eigenen Format, eine standardisierte Kundenkommunikation oder ein firmenspezifischer Projektaufschlag usw.
Wer kann Copilot Cowork nutzen und was kostet es?
Copilot Cowork ist aktuell nicht für alle Microsoft 365-Kunden automatisch verfügbar. Es läuft im sogenannten Frontier-Programm, Microsofts Frühzugangskanal für neue KI-Innovationen. Grundvoraussetzung ist eine aktive bezahlte Microsoft 365-Copilot-Lizenz. Ohne diese ist Cowork nicht zugänglich.
Wichtig zu wissen: Selbst wer die passende Lizenz hat, muss Cowork nicht zwingend sofort in der Seitenleiste sehen. Cowork ist nicht automatisch aktiviert. Ein Administrator muss es zunächst im Microsoft 365 Admin Center freischalten, entweder für einzelne Nutzende oder organisationsweit. Erst danach erscheint Cowork unter „Agents“ und kann genutzt werden.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Cowork in Ihrer Umgebung bereits freigeschaltet ist, ob Ihre aktuelle Lizenz die Voraussetzungen erfüllt oder wie eine sinnvolle Copilot-Einführung in Ihrem Unternehmen aussehen könnte: Sprechen Sie mit uns. In einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation und geben Ihnen eine klare Einschätzung.
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Was Copilot Cowork noch nicht kann
Ein Beitrag über ein neues KI-Feature wäre unvollständig ohne einen ehrlichen Blick auf die aktuellen Grenzen. Copilot Cowork ist leistungsfähig, aber noch in der Frühphase.
Erstens arbeitet Cowork ausschließlich mit Dateien, die in OneDrive oder SharePoint liegen. Auf lokal gespeicherte Dateien hat es keinen Zugriff. Das ist für Unternehmen, die noch nicht vollständig in der Cloud arbeiten, ein relevanter Punkt, der bei der Einführung bedacht werden sollte.
Zweitens kann Cowork keine Dateien oder Ordner löschen. Das ist eine bewusste Einschränkung von Microsoft, die für mehr Sicherheit sorgt. Cowork erstellt, verändert und sendet, aber es räumt nichts weg.
Drittens kann Cowork keine verschlüsselten Dateien lesen, auch wenn die zugreifende Person grundsätzlich Zugriffsrechte hat. Für Unternehmen mit verschlüsselten Dokumenten auf Basis von Microsoft Information Protection sind hier möglicherweise Anpassungen nötig.
Viertens sind benutzerdefinierte Skills, die Nutzende selbst erstellen, nicht von Microsoft geprüft. Wer eigene Skills erstellt, sollte deren Ausgaben sorgfältig kontrollieren.
Alle diese Einschränkungen sind bekannt, dokumentiert und werden in zukünftigen Updates schrittweise adressiert. Wer jetzt mit Cowork startet, tut das mit einem Feature, das sich weiterentwickelt. Das ist bei neuen Microsoft-Produkten der Normalfall und der Vorteil früher Nutzung liegt genau darin: Das Team lernt mit dem Tool und ist beim nächsten Funktionsausbau bereits eingearbeitet.
Was das für den deutschen Mittelstand bedeutet
Copilot Cowork ist keine Technologie für Großkonzerne mit mehreren IT-Abteilungen. Die Aufgaben, die es übernimmt, sind genau die, die im Mittelstand täglich Zeit kosten und für die selten die Ressourcen vorhanden sind, sie strukturiert zu lösen: Meeting-Vorbereitung, Kalender-Koordination, Dokumentenproduktion, E-Mail-Management.
Der entscheidende Unterschied zu klassischer Automatisierung ist: Für Copilot Cowork müssen keine Prozesse im Voraus programmiert werden. Es gibt keine Workflows, die jemand definieren muss. Man beschreibt, was man braucht, in normaler Sprache, und Cowork schließt daraus, was zu tun ist. Das ist ein erheblicher Unterschied für Unternehmen, die nicht über eine IT-Abteilung verfügen, die solche Systeme aufbaut und pflegt.
Gleichzeitig ist Copilot Cowork kein Selbstläufer. Die Erfahrung aus unseren Copilot-Projekten zeigt, dass der Nutzen direkt davon abhängt, wie gut Mitarbeitende lernen, Ziele klar zu formulieren und mit den Vorschlägen des Systems umzugehen. Wer Cowork mit einer ungenauen Aufgabe beauftragt, bekommt ein ungenaues Ergebnis. Wer klare, kontextreiche Beschreibungen liefert, bekommt Ergebnisse, die echte Arbeit abnehmen.
Das ist kein Argument gegen Cowork, sondern ein Argument für eine strukturierte Einführung. In unserem Programm „Von Null auf Copilot“ bereiten wir Unternehmen und ihre Teams genau auf diesen Umgang vor: klare Zielformulierung, sinnvolle Anwendungsfälle identifizieren, schrittweise in den Alltag integrieren. Wer diesen Weg strukturiert geht, holt aus Cowork deutlich mehr heraus als wer es einfach aktiviert und sich selbst überlässt.
Copilot Cowork steht für eine neue Phase: KI, die nicht nur unterstützt, sondern handelt. Für mittelständische Unternehmen, die mit begrenzten Ressourcen viel leisten müssen, ist das eine relevante Entwicklung. Nicht weil KI Mitarbeitende ersetzt, sondern weil sie Mitarbeitende von Aufgaben entlastet, die eigentlich niemand machen will und sie für die Arbeit freisetzt, die wirklich zählt.
Die Frage ist nicht mehr, ob diese Art von KI kommt. Sie ist da. Die Frage ist, welche Unternehmen früh genug den Einstieg finden, um einen Vorsprung zu haben.
Häufig gestellte Fragen zu Copilot Cowork
Was ist der Unterschied zwischen Copilot Chat und Copilot Cowork?
Copilot Chat beantwortet Fragen und erstellt Inhalte auf direkte Anfrage, innerhalb einer einzigen Unterhaltung. Copilot Cowork geht weiter: Es nimmt ein Ziel entgegen, erstellt einen mehrstufigen Plan und führt diesen Plan eigenständig aus, über mehrere Anwendungen hinweg und über einen längeren Zeitraum. Chat hilft Ihnen, über Arbeit nachzudenken. Cowork hilft Ihnen, Arbeit zu erledigen.
Muss ich jede Aktion von Copilot Cowork selbst genehmigen?
Ja. Cowork legt vor jeder Ausführung einen Aktionsplan vor, den Sie einsehen, verändern und freigeben müssen. Keine Aktion wird ohne Ihre Bestätigung durchgeführt. Wenn Cowork während der Ausführung eine Entscheidung benötigt, hält es an und fragt nach. Die Kontrolle bleibt jederzeit bei Ihnen.
Sind meine Firmendaten bei Copilot Cowork sicher?
Ja. Copilot Cowork arbeitet ausschließlich innerhalb der Microsoft-365-Sicherheits- und Compliance-Umgebung Ihres Unternehmens. Alle geltenden Berechtigungen, Datenschutzrichtlinien und Zugriffsrechte bleiben aktiv. Microsoft verwendet Ihre Firmendaten nicht zum Training von KI-Modellen. Alle Aktionen sind über Microsoft Purview nachverfolgbar und protokollierbar.
Wann ist Copilot Cowork für alle Microsoft-365-Kunden verfügbar?
Aktuell läuft Copilot Cowork im Frontier-Programm als Vorabzugang für ausgewählte Kunden. Ab dem 1. Mai 2026 ist es Teil des neuen Microsoft 365 E7-Bundles, das allgemein verfügbar wird. Wer bereits eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz hat, kann über den Upgrade-Pfad zu E7 Zugang erhalten. Für die meisten Unternehmen ist der direkteste Einstieg das Gespräch mit einem Microsoft-Partner über den aktuellen Lizenzstand und den sinnvollsten nächsten Schritt.
Kann ich Copilot Cowork auf bestehende Unternehmensprozesse anpassen?
Ja. Neben den 13 eingebauten Skills können Sie eigene, benutzerdefinierte Skills erstellen, indem Sie eine einfache Beschreibungsdatei in einem bestimmten OneDrive-Ordner ablegen. So kann Cowork zum Beispiel lernen, Berichte in Ihrem spezifischen Format zu erstellen, Kundenkommunikation in Ihrem Tonfall zu formulieren oder wiederkehrende Routinen nach Ihren eigenen Standards abzuarbeiten. Es sind bis zu zwanzig eigene Skills pro Person möglich.
Copilot Cowork ist jetzt verfügbar. Die Frage ist, wie Ihr Unternehmen den Einstieg gestaltet.
Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre aktuelle Microsoft 365-Lizenz bereits den Zugang ermöglicht, welche Schritte als nächstes sinnvoll sind und wie eine strukturierte Einführung in Ihrem Unternehmen aussehen könnte, sprechen Sie mit uns. In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre konkrete Situation.

